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Frauen und Technik – das passt!

 

 

Laut einer aktuellen Studie von StepStone, die im April dieses Jahres veröffentlich wurde, sind lediglich 7% der Elektroingenieure Frauen. Im Mechatroniker- oder Maschinenbauingenieurbereich machen sie nur jeweils 5% aus.*

Diese Zahlen spielen für Meurer eine wichtige Rolle. Schon seit langer Zeit setzt sich das Unternehmen dafür ein, dass junge Frauen in technische Berufe eintauchen und somit ein Interesse für die Technikbranche entwickeln können.

Frauen wie Marie Berling sind es, die diese Entwicklung mit vorantreiben wollen. Das Interesse für Elektrotechnik und ihr Vater, ein Elektriker, erweckten bei der jungen Frau den Wunsch nach einem Beruf in der Technikbranche. Aber das war nicht von Anfang an so. "Ich habe tatsächlich zuerst eine Ausbildung zur Tierarzthelferin angefangen. Mir wurde aber schnell klar, dass das nichts für mich ist.", erzählt sie. Schließlich fing sie dann eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin mit der Fachrichtung Elektrotechnik bei Meurer an. Jedoch habe sie sich weniger dazu entschlossen, eine technische Ausbildung zu machen, sondern es sei vielmehr "einfach alles so gekommen".

Nach einer anfänglichen Eingewöhnungsphase sei sie schnell akzeptiert worden. Auf die Frage, ob sie sich Kommentare anhören musste, antwortet sie: "Nicht direkt. Ich denke aber, dass - unabhängig von der Branche, ob Mann oder Frau - in jeder Ausbildung ab und zu ein Spruch kommt, den man mit einem Augenzwinkern hinnehmen muss. Das gehört einfach beim Arbeitsalltag mit dazu." Ihr Tipp: Mit einem Spruch kontern und darüber stehen.

In der Berufsschule waren mehrere Mädchen in ihrer Klasse. Sie habe nie das Gefühl gehabt, ihren männlichen Kollegen unterlegen gewesen zu sein, erzählt sie. Obwohl sie in der Schule - wie sie selbst erzählt - eine "Niete" in Physik, Mathe und Chemie war, hat sie ihre Ausbildung mit einer sehr guten Note abgeschlossen. Ihr Interesse für Elektrotechnik hat es ihr leichter gemacht, die Inhalte zu verstehen. Außerdem seien die Inhalte, die man in der Berufsschule lernt, nicht zu vergleichen mit den Inhalten aus den Fächern in den allgemeinbildenden Schulen.

Meurer habe sie bei ihrer Laufbahn von Anfang an unterstützt. Eine große Unterstützung sei aber auch Thomas Lücke, der Ausbildungsleiter, gewesen. "Er hat einfach viel Geduld. Selbst nach dem vierten Mal, wo man es nicht verstanden hat, erklärt er es einem noch einmal ganz in Ruhe." Als erste Frau bei Meurer hat sie nach der Ausbildung ein duales Studium angefangen. Im Grundstudium sei sie jedoch an Mathe gescheitert. "Wie in jeder Ausbildung und in jedem Studium gibt es Inhalte, die man in der Praxis nie wieder braucht und dennoch lernen muss. Mathe war noch nie meine Stärke.", sagt sie gelassen.

Mittlerweile arbeitet sie seit fast 15 Jahren bei Meurer mit vier Jahren Pause dazwischen. Sie ist stolze Mutter von zwei Kindern und froh darüber, nach ihrer Elternzeit wieder arbeiten zu können. Auf die Frage, was sie nach wie vor bei Meurer hält, antwortet sie: "Die Arbeitskollegen. Ich fühle mich hier wohl. Es macht Spaß mit den Leuten hier zusammen zu arbeiten."

Auch nach all den Jahren bereut sie nicht, einen technischen Beruf gewählt zu haben. Sie erklärt: "Von Anfang an bei der Entwicklung einer Maschine dabei zu sein, die Funktionsweise zu verstehen, zu verstehen, warum etwas so funktioniert, wie es funktionieren soll - das macht einfach Spaß." Außerdem habe sie durch die Ausbildung gelernt, sich durchzusetzen, was sie in einem anderen Beruf so nicht gelernt hätte. Man soll nicht vergessen: "Immer, wenn man etwas dazu lernt, wächst man ein Stück über sich hinaus."

Zum Schluss hat sie noch einen Rat für alle jungen Mädchen, die nicht genau wissen, ob sie in einen technischen Beruf gehen wollen: "Traut euch! Achtet nicht auf eure Schulnoten, eine Ausbildung im technischen Bereich ist überhaupt nicht mit dem Schulstoff zu vergleichen. Außerdem macht man doch eine Ausbildung, um den Beruf zu lernen. Man muss am Anfang nicht alles wissen."

Aus diesem Grund engagiert sich Meurer seither dafür, junge Frauen für technische Ausbildungsberufe zu begeistern und mit manchem Vorurteil über Sauberkeit und körperliche Anstrengung im Maschinenbau aufzuräumen. So nimmt das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder am Niedersachsen Technikum teil und beschäftigt neben mehreren weiblichen Auszubildenden und Studentinnen eine junge Technikantin im Bereich der Elektrotechnik. Hierbei können junge Frauen nach dem Abitur für ein halbes Jahr in technische Berufe "schnuppern" und herausfinden, inwiefern eine technische Ausbildung oder ein Studium für sie in Frage kommt.

Auch die Kooperationen mit der OBS Berge und der IGS Fürstenau, in denen unter anderem ein besonderer Fokus den Mädchen gilt, laufen sehr erfolgreich. Im Rahmen spezieller Technik-Projekte nur für Schülerinnen, haben diese bei meurer die Möglichkeit, unter ihresgleichen gemeinsam in die Welt der Elektrik und Mechanik einzutauchen und womöglich ihr technisches Interesse zu entdecken bzw. einzubringen. Falls dies gelungen ist, bietet meurer allen interessierten Schülerinnen und Schülern verschiedene Möglichkeiten an, um sich einen tiefergehenden Einblick in die technische Berufswelt zu verschaffen, wie zum Beispiel Betriebserkundungen, Praktika oder Ferienjobs. Denn Meurer ist der Meinung: Frauen und Technik - das passt!

 

 

*Quelle: de.statista.com/infografik/17595/frauenanteil-in-mint-berufen/7